Aktuelles

Gemäß PSA-Richtlinie 89/686/EWG (seit April 2016 PSA-Verordnung 2016/425) müssen an die
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) angebrachtes Zubehör bzw. angebrachte Zusatzausrüstung
mit der jeweiligen PSA geprüft und zugelassen werden. Dies bedeutet bezogen auf einen
Pressluftatmer, dass die verbundenen Teile, Zubehör bzw. Zusatzausausrüstungen mit dem
jeweiligen Pressluftatmer zusammen nach EN 137 geprüft und als Zubehör, bzw. Zusatzausrüstung
zugelassen werden müssen.

Für das mit dem Pressluftatmer verbundene Zubehör bzw. die Zusatzausrüstung gelten dieselben
Anforderungen (z.B. Nachbrennen nach Beflammung, funktionale Prüfung usw.) nach EN 137 wie
für den Pressluftatmer selbst. Es ist dabei unerheblich, ob das Zubehör oder die Zusatzausrüstung
trennbar oder untrennbar verbunden ist bzw. verbunden wird (Artikel 1 (2) 89/686/EWG).

Durch das Anbringen an der PSA von Zubehör oder Zusatzausrüstung, die nicht gemäß der
PSA-Richtlinie (PSA-Verordnung) im Verbund abgeprüft und zugelassen ist, ändert der
Betreiber, der diese Kombination vornimmt, die Bauart und wird somit im Sinne der PSARichtlinie
(PSA-Verordnung) zum Hersteller einer neuen PSA. Die Verantwortung für den
sicheren Betrieb der neuen PSA geht somit auf den Betreiber über.

MSA kann für die Vielfalt des am Markt erhältlichen Zubehörs oder der Zusatzausrüstungen für
Pressluftatmer keine entsprechende Überprüfung nach EN 137 und Zulassungen vornehmen. Bei
Kombination von MSA Pressluftatmern mit nicht zugelassenem Zubehör oder zugelassener
Zusatzausrüstung muss der Betreiber daher im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung die sichere
Verwendung nachweisen und entsprechend dokumentieren:

  • dass die PSA durch das Anbringen des Zubehörs bzw. der Zusatzausrüstung in ihrer sicheren und bestimmungsgemäßen Verwendung nicht beeinträchtigt wird.

Relevant sind z.B. die verwendeten Materialien und deren Eigenschaften (u.a.
Flammenbeständigkeit, Funkenfreiheit, elektrostatische Eigenschaften), das Volumen sowie die
Anbringung des Zubehörs oder der Zusatzausrüstung an der betroffenen PSA. Etwaige Risiken sind
gegenüber dem erwarteten Nutzen für den Einsatz abzuwägen.

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) hat als
Handlungsanweisung zur Erstellung der Gefährdungsanalyse bei der Anbringung von Zubehör bzw.
Zusatzausrüstung an die PSA die vfdb-Richtlinie 08/20 “Zusatzausrüstung an Persönlicher
Schutzausrüstung der Feuerwehr” erarbeitet und im Dezember 2016 veröffentlicht. Die vfdb-
Richtlinie 08/20 befasst sich insbesondere in den folgenden Kapiteln und dem Anhang mit:

  • Kapitel 4.1: Allgemeine Anforderungen an die Zusatzausrüstung (qualitative, quantitative und mechanische Angaben)
  • Kapitel 4.3: Kombination von Zusatzausrüstung und Persönlicher Schutzausrüstung durch den Träger der Feuerwehr sowie deren Gefährdungsbeurteilung
  • Anhang: Muster für eine “Liste geprüfter Zusatzausrüstung”

Über ein freiwilliges Verfahren bietet die vfdb den Herstellern von Zubehör und Zusatzausrüstung
die Möglichkeit, ihre Produkte entsprechend den normativen Hauptkriterien, wie z.B.
Zusatzausrüstung an einen Pressluftatmer (zugelassen nach EN 137) durch eine akkreditierte
Zulassungsstelle überprüfen zu lassen. Bei bestandener Prüfung wird das Produkt in die im Anhang
der Richtlinie 08/20 aufgeführten Liste der überprüften Zusatzausrüstung aufgenommen.

Der Betreiber von PSA (z.B. Pressluftatmer) kann dann überprüftes Zubehör aus der Liste
auswählen, und im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung die Kompatibilität zu seinem
Pressluftatmer bestätigen.

Gemäß unseren Erfahrungen bieten die zuständigen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
weitere Hilfestellung bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen an.

Bei Fragen, Anmerkungen oder Bedenken wenden Sie sich bitte jederzeit an uns, wir beraten Sie gern.

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